Weiterbildungsrendite: Wann sich eine Weiterbildung finanziell lohnt

Rendite statt Kosten — die richtige Perspektive

Weiterbildungsrendite: Wann sich eine Weiterbildung finanziell lohnt

Viele sehen Weiterbildung als Kostenfaktor. Das ist, als würde man eine Aktie nur als Ausgabe betrachten, ohne den erwarteten Gewinn einzurechnen. Weiterbildung ist eine Investition — und wie bei jeder Investition sollten Sie die erwartete Rendite berechnen, bevor Sie entscheiden.

Die Rendite-Formel

Weiterbildungsrendite = (Lohnzuwachs × Jahre bis Pensionierung) ÷ Nettokosten

Beispiel: Fachausweis Marketing. Nettokosten (nach Bundessubvention und Steuerabzug): CHF 4'500. Erwarteter Lohnzuwachs: CHF 8'000/Jahr. Jahre bis Pensionierung: 20. Rendite: (8'000 × 20) ÷ 4'500 = 35:1. Für jeden investierten Franken erhalten Sie CHF 35 zurück.

Weiterbildungen mit dem besten ROI

  1. Eidg. Fachausweis Treuhänder: Netto CHF 6'000 → +CHF 20'000/Jahr = ROI 66:1 (über 20 Jahre)
  2. Eidg. Fachausweis ICT: Netto CHF 5'500 → +CHF 15'000/Jahr = ROI 55:1
  3. Führungsfachausweis: Netto CHF 4'500 → +CHF 10'000/Jahr = ROI 44:1
  4. SVEB-Zertifikat: CHF 4'000 → +CHF 5'000/Jahr = ROI 25:1
  5. CAS Digital Marketing: CHF 8'000 → +CHF 5'000/Jahr = ROI 12:1

Nicht-finanzielle Rendite

Weiterbildungsrendite: Wann sich eine Weiterbildung finanziell lohnt - illustration

Der Lohnzuwachs ist nur ein Teil der Rendite. Weitere Faktoren:

  • Arbeitsplatzsicherheit in Krisenzeiten
  • Zugang zu interessanteren Aufgaben und Projekten
  • Karrieremobilität — mehr Optionen bei Jobwechsel
  • Selbstvertrauen und berufliche Identität
  • Netzwerk — Kontakte aus dem Kurs

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Weiterbildungen mit negativer Rendite?

Selten, aber möglich. Ein teures MAS (CHF 35'000) in einer Nische ohne Arbeitsmarkt kann sich nicht amortisieren. Oder ein Kurs, der keine neuen Kompetenzen vermittelt, die der Markt nachfragt. Prüfen Sie vor der Investition: Werden die vermittelten Kompetenzen in Stellenausschreibungen nachgefragt?

Wann ist die Rendite am höchsten?

Je früher in der Karriere, desto höher die Rendite — weil der Lohnzuwachs über mehr Jahre wirkt. Aber auch mit 50 ist die Rendite meistens positiv (15 Jahre × Lohnzuwachs ÷ Kosten).

Wie berechne ich meine individuelle Rendite?

Kosten: Kursgebühren − Bundessubvention − Steuerersparnis − Arbeitgeberbeitrag = Nettokosten. Ertrag: Lohndifferenz (aktueller Lohn vs. erwarteter Lohn nach Abschluss) × Jahre bis Pensionierung. Rendite: Ertrag ÷ Nettokosten.

Lesen Sie auch

← Zurück zum Ratgeber

Nützliche Online-Rechner