Berufsbegleitend Studieren Schweiz 2026: Teilzeitstudium, Kosten & Anbieter im Vergleich
Berufsbegleitend studieren in der Schweiz bedeutet: FH-Bachelor an ZHAW, FHNW, BFH oder HWZ neben dem Job abschliessen — meist in 4–5 Jahren und rechtlich gleichwertig mit dem Vollzeitstudium. Die Semestergebühr reicht von CHF 720 an der ZHAW bis CHF 4'750 an der privaten HWZ.
Ein Teilzeitstudium an einer Schweizer Fachhochschule bedeutet: Sie studieren neben einer Erwerbstätigkeit von 60–80%. Unterricht findet typischerweise freitags/samstags, abends oder in Blockwochen statt. Der Abschluss — Bachelor of Science oder Arts FH — ist mit einem Vollzeitstudium rechtlich gleichwertig.
- Dauer: 4–5 Jahre für den Bachelor (Vollzeit: 3 Jahre)
- Kosten: öffentliche FH CHF 720–850 pro Semester (ZHAW, FHNW, BFH), private FH deutlich mehr (HWZ: CHF 4'750)
- Pensum daneben: 60–80% Arbeit möglich, Abendstudium bis 90–100%
- Aufwand: 180 ECTS-Punkte à 25–30 Arbeitsstunden, also 4'500–5'400 Stunden bis zum Bachelor
Anbieter im Vergleich: Wer bietet was zu welchem Preis?
Bevor man sich Gedanken über Lerngruppen und Pendlerzeiten macht, sollte man wissen, was die Sache kostet. Hier die wichtigsten Schweizer Hochschulen für ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium — mit den Gebühren laut den offiziellen Seiten der Hochschulen (Stand Oktober 2026, für Studierende mit Wohnsitz in der Schweiz):
| Hochschule | Studienform | Kosten/Semester | Dauer Bachelor | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| ZHAW | Berufsbegleitend / Teilzeit | CHF 720 | 4–5 Jahre | Modular, Wechsel zwischen Voll-/Teilzeit möglich |
| FHNW | Berufsbegleitend / Teilzeit | CHF 750 | 3–4 Jahre | Flexible Modellwahl pro Semester; Standorte Basel, Olten, Brugg |
| BFH | Berufsbegleitend / Teilzeit | CHF 850 (bis HS 2025/26: CHF 750) | 4–5 Jahre | Kanton Bern hat die Gebühren per Herbstsemester 2026 erhöht |
| HWZ Zürich | Abendstudium / berufsbegleitend | CHF 4'750 | 4–5 Jahre | Unterricht Mo–Do abends + Sa; bis 90% Arbeit möglich; direkt am HB Zürich |
| Kalaidos FH | Online / berufsbegleitend | ~CHF 990/Monat (≈CHF 5'940/Sem.) | 3–4 Jahre | Keine Präsenzpflicht; Livestream oder Aufzeichnung; ortsunabhängig |
| FFHS | Fernstudium / berufsbegleitend | CHF 1'800 (20 ECTS à CHF 90) | 4–5 Jahre | 80% Selbststudium online; 20% Präsenz; ideal für Berufstätige ausserhalb von Zentren |
Hinweis: Gebühren ändern sich, verbindlich ist immer die Seite der Hochschule: ZHAW, FHNW, BFH, HWZ, Kalaidos, FFHS (AGB). Dazu kommen einmalige Gebühren für Aufnahmeverfahren und Einschreibung sowie Bücher und Material. Wer keinen Wohnsitz in der Schweiz hat, zahlt an ZHAW und FFHS einen Zuschlag.
Wie finanziere ich ein Teilzeitstudium?
Das ist die Frage, bei der viele Interessierte stecken bleiben. Die gute Nachricht: Es gibt mehr Optionen, als die meisten ahnen. Die weniger gute: Nicht alle davon sind kombinierbar.
1. Ihr Arbeitgeber — der unterschätzte Finanzierungspartner
Viele Unternehmen beteiligen sich an Weiterbildungskosten — und das lohnt sich für beide Seiten. Trägt der Arbeitgeber die Kosten einer berufsorientierten Aus- oder Weiterbildung, gilt das unabhängig von der Höhe nicht als geldwerter Vorteil — so steht es in Art. 17 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG). Sie versteuern diese Unterstützung also nicht als zusätzlichen Lohn.
Wie verhandelt man das? Konkret und schriftlich: Stellen Sie einen Bildungsplan vor, erklären Sie den Nutzen für das Unternehmen, und fragen Sie nach einer Kostenübernahme oder einer Bildungszeitkonto-Regelung (bezahlte Studientage). Mehr Verhandlungstipps finden Sie im Artikel zur Arbeitgeberbeteiligung an Weiterbildungskosten.
2. Steuerabzug — mit Höchstbetrag
Wer keine Arbeitgeberunterstützung bekommt, zahlt selbst — und kann die Kosten in der Steuererklärung geltend machen. Bei der direkten Bundessteuer sind berufsorientierte Aus- und Weiterbildungskosten bis zu einem Höchstbetrag abziehbar (Art. 33 Abs. 1 Bst. j DBG), sofern Sie bereits einen Abschluss auf Sekundarstufe II haben oder mindestens 20 Jahre alt sind. Der Höchstbetrag wird an die Teuerung angepasst: Den Wert für Ihr Steuerjahr finden Sie in der Wegleitung der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Für die Kantons- und Gemeindesteuern legt jeder Kanton seine eigene Grenze fest, massgebend ist die Wegleitung Ihres Wohnkantons.
Absetzbar sind: Semestergebühren, Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten zum Studienort. Nicht absetzbar: Kosten, die der Arbeitgeber übernimmt — die doppelte Geltendmachung wird konsequent geprüft. Ausführliche Infos im Artikel Weiterbildungskosten von den Steuern absetzen.
3. Kantonale Stipendien — möglich, aber mit Tücken
Kantonale Stipendien stehen grundsätzlich auch für FH-Bachelor offen. Das schweizerische Stipendienwesen ist kantonal geregelt — jeder Kanton hat eigene Einkommensgrenzen und Berechnungsmodelle. Wer berufsbegleitend studiert und gleichzeitig 60–80% erwerbstätig ist, hat in der Regel ein Einkommen, das den Anspruch reduziert oder ausschliesst.
Ehrlich gesagt: Stipendien als Hauptfinanzierungsquelle für ein Teilzeitstudium neben dem Beruf sind die Ausnahme. Sinnvoller ist es, Stipendien als Ergänzung zu Arbeitgeberbeiträgen und Steuerabzug zu prüfen. Zuständig ist immer der Wohnkanton — Adressen und Bedingungen finden Sie auf stipendien.educa.ch.
4. Bundesbeiträge für höhere Berufsbildung
Für Kurse, die auf eine eidgenössische Berufsprüfung (Fachausweis) oder höhere Fachprüfung (Diplom) vorbereiten, erstattet der Bund 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren — im Normalfall nach der Prüfung und nur für Kurse auf der offiziellen Meldeliste (SBFI). Ein FH-Bachelor fällt nicht darunter. Wer zwischen Bachelor und eidgenössischem Fachausweis schwankt, sollte diesen Unterschied in die Rechnung einbeziehen. Wie das Verfahren abläuft, steht im Artikel zur Subjektfinanzierung.
Die drei Studienformate — und was sie wirklich bedeuten
Die Hochschulen verwenden die Begriffe «berufsbegleitend», «Teilzeit» und «Abendstudium» nicht einheitlich. Für die Praxis zählt, wann Unterricht stattfindet und wie viel Arbeit daneben geht:
Berufsbegleitend (60–80% Arbeit)
Der häufigste Modus an Schweizer FH. Unterricht typischerweise an einem bis zwei Tagen pro Woche, oft freitags und samstags, ergänzt durch Online-Module und Blockwochen. Ehrlich gesagt: Mit 80% Arbeit und einer Familie braucht man eine sehr geduldige Umgebung.
Teilzeitstudium (40–60% Arbeit)
Mehr Studium, weniger Arbeit — der Abschluss kommt schneller, das Einkommen schrumpft. Sinnvoll für Personen mit Rücklagen oder Partnerschaft mit gesichertem Zweiteinkommen. Dauer in der Regel 3–4 Jahre statt 4–5.
Abendstudium (bis 90–100% Arbeit)
Unterricht montags bis donnerstags ab 18 Uhr und samstags. Die HWZ Zürich hat sich darauf spezialisiert — der Standort direkt am Hauptbahnhof ist kein Zufall. Der Nachteil: Es verlängert sich alles, und nach dem Feierabend noch drei Stunden konzentriert mitzudenken braucht Ausdauer. Dafür verzichtet man auf keine Erwerbsprozente.
Realitätscheck: Wie viele Stunden pro Woche?
Ehrlich gesagt: Es ist anstrengend. Ein Bachelor umfasst 180 ECTS-Punkte, und ein Punkt entspricht laut den ECTS-Empfehlungen der Schweizer Hochschulen 25 bis 30 Arbeitsstunden. Auf vier bis fünf Jahre verteilt sind das im Schnitt rund 17 bis 26 Stunden pro Woche, Ferien mitgerechnet — für Unterricht und Selbststudium, neben dem Job. Das bedeutet weniger Freizeit, in Prüfungswochen weniger Schlaf, und gelegentlich das ungute Gefühl, nirgends wirklich präsent zu sein.
Was erfahrene Teilzeitstudierende empfehlen: das Umfeld frühzeitig informieren, Lernzeiten fix in den Kalender blocken (und nicht verhandelbar stellen), Lerngruppen bilden — geteiltes Leid ist halbes Leid — und nicht perfektionistisch sein. «Bestanden» reicht für den Abschluss. Die Note schlägt sich im Lebenslauf kaum nieder, die Erfahrung dafür umso mehr.
Und der Schweizer Arbeitgebermarkt weiss das zu schätzen: Der Abschluss ist rechtlich identisch mit dem Vollzeitstudium, und die Kombination aus Berufserfahrung und akademischem Abschluss gilt in vielen Branchen als Vorteil gegenüber reinen Universitätsabsolventen ohne Praxisbezug.
Berufsbegleitend studieren in Zürich und Bern: Welche Hochschule passt?
Wer in der Region Zürich berufsbegleitend studieren möchte, hat im Wesentlichen zwei Hauptoptionen:
ZHAW — Standort Winterthur: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften bietet berufsbegleitende Bachelor-Programme primär am Standort Winterthur an — rund 20 Minuten Zugfahrt vom Hauptbahnhof Zürich. Das Modulsystem ermöglicht es, das Pensum pro Semester anzupassen: In intensiven Berufsphasen einfach ein Modul weniger belegen. Semestergebühr: CHF 720. Empfehlenswert für Personen mit 60–80% Arbeitspensum, die möglichst flexibel bleiben wollen.
HWZ — direkt am Hauptbahnhof Zürich: Die Hochschule für Wirtschaft Zürich hat sich auf Berufstätige spezialisiert, die kein Pensum reduzieren können oder wollen. Unterricht montags bis donnerstags ab 18 Uhr und samstags — bis zu 90–100% Arbeit daneben möglich. Die Semestergebühr von CHF 4'750 liegt deutlich über dem kantonalen FH-Niveau, aber dafür ist kein einziger Arbeitstag frei nötig.
Im Kanton Bern bietet die BFH Berner Fachhochschule das berufsbegleitende Modell an Standorten in Bern, Biel und Burgdorf an — seit dem Herbstsemester 2026/27 für CHF 850 pro Semester (vorher CHF 750).
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen berufsbegleitendem Studium und Teilzeitstudium?
In der Praxis meinen beide Begriffe dasselbe: Sie studieren neben einer Erwerbstätigkeit. «Berufsbegleitend» betont das hohe Arbeitspensum (60–80%), «Teilzeit» beschreibt das reduzierte Studienpensum. Viele Hochschulen verwenden die Begriffe synonym. Entscheidend ist, wie viel Unterricht pro Woche anfällt und ob man die Pensen kombinieren kann.
Kann ich mit einem 100%-Pensum studieren?
Das ist realistisch nur im Abendstudienformat. Die HWZ Zürich und die FFHS sind darauf ausgerichtet. Die meisten anderen FH empfehlen maximal 80% Erwerbsarbeit daneben. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arbeitgeber über flexible Zeiten in Prüfungswochen — das ist entscheidend.
Ist ein berufsbegleitender FH-Bachelor gleichwertig mit einem Vollzeitabschluss?
Ja, rechtlich vollständig. Der Abschluss lautet «Bachelor of Science/Arts FH» ohne Zusatz. Arbeitgeber in der Schweiz sind mit dem Modell vertraut und werten die gleichzeitige Berufserfahrung oft positiv. Der Grad unterscheidet sich nicht von jenem eines Vollzeitstudierenden.
Gibt es Stipendien für berufsbegleitend Studierende?
Grundsätzlich ja, aber die Hürde ist hoch: Da Teilzeitstudierende meist erwerbstätig sind, überschreiten sie oft die Einkommensgrenzen. Kantonale Stipendien lohnt es sich trotzdem zu prüfen — die Bedingungen variieren stark. Zuständig ist der Wohnkanton. Detaillierte Infos auf stipendien.educa.ch.
Was kostet ein FH-Bachelor berufsbegleitend in der Schweiz?
An öffentlichen FH zahlen Studierende mit Wohnsitz in der Schweiz CHF 720 (ZHAW), CHF 750 (FHNW) oder CHF 850 (BFH) pro Semester. Private Anbieter wie HWZ (CHF 4'750/Semester) oder Kalaidos (ca. CHF 990/Monat) liegen deutlich höher, bieten aber oft flexiblere Formate und bessere Abendmöglichkeiten.
Kann ich die Studienkosten von den Steuern absetzen?
Ja, wenn das Studium berufsbezogen ist. Bei der direkten Bundessteuer gilt ein Höchstbetrag, der an die Teuerung angepasst wird; die Kantone haben eigene Grenzen. Absetzbar sind Semestergebühren, Prüfungsgebühren, Fachliteratur und Fahrtkosten. Arbeitgeberbeiträge müssen vorher abgezogen werden — Doppelgeltendmachung ist nicht möglich.
Welche Hochschule empfiehlt sich für berufstätige Eltern?
Die FFHS (Fernfachhochschule Schweiz) ist für Eltern besonders flexibel: 80% Selbststudium online, nur 20% Präsenz. Kalaidos bietet ebenfalls keine Anwesenheitspflicht. Wer Präsenzunterricht bevorzugt, ist mit der FHNW gut bedient — dort kann das Zeitmodell pro Semester angepasst werden.
Was bedeutet «modular studieren» an der ZHAW oder FHNW?
Das Studium ist in Einzelmodule unterteilt, die unabhängig voneinander belegt und absolviert werden können. Sie können das Tempo selbst steuern und in intensiven Berufsphasen weniger Module belegen. Das verlängert die Studiendauer, macht das Studium aber stressresistenter.
Wo kann ich in Zürich berufsbegleitend studieren?
In der Region Zürich sind die ZHAW (Hauptstandort Winterthur, rund 20 Minuten vom HB Zürich) und die HWZ (direkt am Hauptbahnhof Zürich) die beiden Hauptoptionen. Die HWZ eignet sich besonders für Berufstätige mit 90–100% Pensum dank Abendunterricht ab 18 Uhr. Die ZHAW bietet mehr Studiengänge und ein flexibleres Modulsystem zu tieferen Gebühren (CHF 720 statt CHF 4'750 pro Semester an der HWZ). Beide Abschlüsse sind rechtlich vollwertige FH-Bachelor.