Das Schweizer Bildungssystem erklärt: Lehre, FH, Uni und höhere Berufsbildung

Ein System, viele Wege

Das Schweizer Bildungssystem erklärt: Lehre, FH, Uni und höhere Berufsbildung

Das Schweizer Bildungssystem ist weltweit einzigartig. Es bietet nicht einen, sondern Dutzende von Wegen zum beruflichen Erfolg. Die duale Berufsbildung (Lehre), die Fachhochschulen, die Universitäten und die höhere Berufsbildung sind gleichwertig — nicht gleichartig. Dieses Prinzip ist der Schlüssel zum Verständnis des Systems.

Die Grundstruktur

Nach der obligatorischen Schule (11 Jahre)

  • Berufliche Grundbildung (Lehre): 2-4 Jahre, führt zum EFZ. Kombiniert Betrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse. 2/3 aller Jugendlichen wählen diesen Weg.
  • Gymnasium (Maturität): 4 Jahre, führt zur gymnasialen Maturität und Uni-Zugang. 1/3 der Jugendlichen wählt diesen Weg.

Nach der Lehre

  • Berufsmaturität (BM): Ergänzt die Lehre und öffnet den FH-Zugang
  • Höhere Berufsbildung: Eidg. Fachausweise, höhere Fachprüfungen, Höhere Fachschulen
  • Fachhochschule (FH): Mit BM zugänglich, praxisorientierte Studiengänge

Nach dem Gymnasium

  • Universität/ETH: Akademische Studiengänge, Forschungsorientierung
  • Fachhochschule: Mit Passerelle oder nach Praktikum zugänglich

Das SBFI — die Steuerung

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) koordiniert die Berufsbildung auf Bundesebene. Es erkennt Prüfungsordnungen an, beaufsichtigt die Qualität und verwaltet die Subjektfinanzierung. Die Kantone sind für die Umsetzung zuständig.

Durchlässigkeit — das Schweizer Prinzip

Das Schweizer Bildungssystem erklärt: Lehre, FH, Uni und höhere Berufsbildung - illustration

Das Schönste am Schweizer System: Es gibt keine Sackgassen. Von der Lehre können Sie über die BM an die FH, von dort an die Uni. Von der Uni können Sie einen eidg. Fachausweis machen. Das System ist durchlässig in alle Richtungen — und das ist weltweit einzigartig.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Lehre in der Schweiz gleichwertig wie ein Studium?

Nicht gleichartig, aber gleichwertig. Im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) und im Arbeitsmarkt sind Berufsbildungsabschlüsse anerkannt. Viele Lehrabgänger mit Fachausweis verdienen gleich viel wie Hochschulabsolventen.

Kann ich als Erwachsener noch eine Lehre machen?

Ja. Die Lehre für Erwachsene (Art. 32 BBG) ermöglicht den nachträglichen Erwerb eines EFZ. Die Dauer ist oft verkürzt (Anrechnung von Berufserfahrung). Auch die Validierung von Bildungsleistungen ist möglich.

Was ist der Unterschied zwischen FH und Uni?

Fachhochschulen sind praxisorientiert und setzen Berufserfahrung oder BM voraus. Universitäten sind forschungsorientiert und setzen die gymnasiale Maturität voraus. Beide vergeben Bachelor und Master — mit gleichem formalen Wert.

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