Höhere Berufsbildung: So unterstützt der Bund Ihren Karriereaufstieg

Die höhere Berufsbildung — Karriere ohne Hochschule

Höhere Berufsbildung: So unterstützt der Bund Ihren Karriereaufstieg

Die Schweiz hat etwas, das viele Länder beneiden: ein durchlässiges Bildungssystem, das Karriere auch ohne Hochschulstudium ermöglicht. Die höhere Berufsbildung ist der Beweis dafür. Wer nach der Lehre weiterkommt — über eidg. Fachausweise, höhere Fachprüfungen oder Höhere Fachschulen —, verdient oft gleich viel oder mehr als Hochschulabsolventen.

Der Bund hat das erkannt und investiert seit 2018 massiv in die Attraktivität der höheren Berufsbildung. Die Subjektfinanzierung, die nationale Kampagne «höhere Berufsbildung» und die stete Modernisierung der Prüfungen zeigen Wirkung: Die Zahl der Absolvierenden steigt seit Jahren.

Die drei Pfeiler der höheren Berufsbildung

1. Eidgenössische Berufsprüfungen (Fachausweise)

Die Berufsprüfung führt zum eidg. Fachausweis. Sie ist der erste Schritt nach der Grundbildung und richtet sich an Berufsleute mit einigen Jahren Berufserfahrung. Es gibt über 240 verschiedene Fachausweise. Die Prüfungen werden von Berufsverbänden organisiert und vom SBFI beaufsichtigt.

Typische Fachausweise: HR-Fachmann/-frau, Marketingfachmann/-frau, Führungsfachmann/-frau, Treuhänder/in, Informatiker/in.

2. Höhere Fachprüfungen (eidg. Diplome)

Die höhere Fachprüfung ist die Königsklasse der Berufsbildung. Sie setzt in der Regel den Fachausweis voraus und führt zum eidg. Diplom. Die Absolvierenden übernehmen anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben. Im Handwerk entspricht sie der Meisterprüfung.

Typische Diplome: dipl. Betriebswirtschafter/in, dipl. Treuhandexperte/-in, Elektroinstallationsmeister/in, dipl. HR-Leiter/in.

3. Höhere Fachschulen (HF)

Die Höheren Fachschulen bieten praxisorientierte Diplomlehrgänge (2-3 Jahre berufsbegleitend). Sie bilden Kaderpersonal für mittlere und obere Führungspositionen aus. Bekannte HF-Abschlüsse: Techniker/in HF, Betriebswirtschafter/in HF, Pflegefachfrau/-mann HF.

Wichtig: HF-Lehrgänge fallen nicht unter die Subjektfinanzierung des Bundes. Dafür gibt es separate kantonale Finanzierungsmodelle.

Die Bundesförderung im Detail

Der Bund fördert die höhere Berufsbildung auf mehreren Ebenen:

  • Subjektfinanzierung: Bis 50% Rückerstattung der Kurskosten bei eidg. Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen
  • Qualitätssicherung: Das SBFI prüft und genehmigt alle eidg. Prüfungsordnungen
  • Finanzierung der Prüfungskommissionen: Der Bund finanziert die Organisation der eidg. Prüfungen
  • Kampagne höhere Berufsbildung: Nationale Sensibilisierungskampagne für den Wert der Berufsbildungsabschlüsse

Höhere Berufsbildung vs. Fachhochschule

Höhere Berufsbildung: So unterstützt der Bund Ihren Karriereaufstieg - illustration

Eine Frage, die viele beschäftigt: Soll ich einen eidg. Fachausweis oder ein CAS an der Fachhochschule machen? Beide haben ihre Berechtigung:

  • Fachausweis: Günstiger (Bundessubvention), praxisnäher, branchenspezifischer. Ideal für Berufsleute, die in ihrer Branche aufsteigen wollen.
  • CAS: Akademischer, breiter einsetzbar, international anerkannter. Ideal für Branchenwechsler oder akademisch orientierte Karrierepläne.

Im Schweizer Arbeitsmarkt sind beide gleichermassen anerkannt. Der eidg. Fachausweis geniesst in vielen Branchen sogar ein höheres Ansehen als ein CAS, weil er praxisbezogener ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich den richtigen Fachausweis für mich?

Auf berufsberatung.ch finden Sie das vollständige Verzeichnis aller eidg. Prüfungen, sortiert nach Berufsfeld. Die Berufs- und Laufbahnberatung Ihres Kantons (BIZ) bietet kostenlose persönliche Beratung. Viele Kursanbieter führen zudem Infoveranstaltungen durch.

Kann ich ohne Lehre einen eidg. Fachausweis machen?

In den meisten Fällen ist ein EFZ (oder gleichwertiger Abschluss) Voraussetzung. Einige Prüfungsordnungen lassen aber auch Personen mit «gleichwertiger Qualifikation» zu — das kann langjährige Berufserfahrung sein. Prüfen Sie die spezifische Prüfungsordnung auf der SBFI-Website.

Wie hoch ist die Bestehensquote bei eidg. Prüfungen?

Die Bestehensquoten variieren stark: von 50% bei anspruchsvollen Prüfungen wie dem Treuhänder bis 85% bei weniger selektiven Prüfungen. Der Durchschnitt liegt bei rund 65-70%. Die Vorbereitung in einem anerkannten Kurs erhöht die Chancen erheblich.

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